Praktikumsbericht Susan Jörges

Schon oft stand ich vor dem imposanten Gebäude des Landtags und fragte mich, welche Prozesse, Mechanismen und Abläufe dort zu neuen Gesetzen und Entscheidungen führen. Dank meines vierwöchigen Praktikums im März 2018 hatte ich die Gelegenheit, dieser spannenden Frage auf den Grund zu gehen.

Im Büro von Marco Schmitz sammelte ich Einblicke in die parlamentarische Hintergrundarbeit des Landtags. Zu meinen Aufgaben zählte die Vorbereitung von Plenar- und Ausschussunterlagen, das Verfassen von vielfältigen Schreiben an Personen des öffentlichen und politischen Lebens, sowie die Vorbereitung von Terminen von Herrn Schmitz. Hierbei unterstützten mich jederzeit Carina Catap, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin den politischen Alltag von Herrn Schmitz koordiniert, sowie Antonia Kroke als Mitarbeiterin der Abgeordneten Angela Erwin. 

Neben den Bürotätigkeiten, die unabdingbar für den reibungslosen Ablauf des Alltags der Abgeordnete sind, durfte ich auch die praktische Seite der Politik erleben. In Ausschusssitzungen der Arbeitskreise Digitalisierung und Innovation, Heimat-Bauen-Kommunales und Arbeit–Gesundheit–Soziales fiel mir sofort auf, wie viel Koordination, Kooperation und Konsensfähigkeit es braucht, um sich als CDU/FDP Fraktion auf einen gemeinsamen Standpunkt zu verständigen. Die Entwicklung von Gesetzen, angefangen in den Arbeitskreisen, über die Formulierung eines Entwurfes bis hin zur endgültigen Abstimmung im Plenarsaal – nun habe ich eine detailliertere Vorstellung darüber, wie Gesetze, die zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger formuliert werden, entstehen. Dass hierbei großes Engagement und Interesse besteht, diese möglichst praktikabel für die Realität zu formulieren, habe ich in den Expertenanhörungen feststellen dürfen. Hier werden zum jeweiligen Thema Menschen aus dem berufspraktischen Leben eingeladen, um deren Ansichten, Erfahrungen und Wissen in die Gesetzesformulierung einfließen zu lassen.

Mehr über die Entwicklung der Demokratie in NRW durfte ich bei einer Führung in der Villa Horion, dem ehemaligen Amtssitz des Ministerpräsidenten, erfahren. Die Führung im Landtag zeigte mir den Aufbau des Plenarsaals als auch das architektonische Konzept des Baus, dessen rundes Konzept die Dynamik der Demokratie widerspiegeln soll.

Besonders interessant waren die Plenarwochen, die ich sogar zwei Mal miterleben durfte. Hier versammelten sich alle 199 Abgeordneten des Landes NRW im Plenarsaal, um aktuelle Themen zu besprechen, über Anträge der einzelnen Fraktionen abzustimmen und Gesetze zu beschließen. Die Themen der Tagesordnung waren hierbei vielfältig. Ob das Bienensterben, der Rückkehr zu G9, die Salafismus-Bekämpfung in NRW oder die Integration von Flüchtlingen in den Schulunterricht – als Landtagsabgeordneter wird man mit vielen Themen konfrontiert. Der derzeit umlaufenden Fakt, dass die Grenzen zwischen den  beiden großen Volksparteien SPD und CDU verschwinden würden, kann ich nicht bestätigen. Hitzige Diskussionen und Argumentationen zwischen den Abgeordneten zeigten die Differenzen zwischen allen Parteien im Parlament.

Insgesamt waren die vier Wochen im Landtag NRW eine abwechslungsreiche, lehrreiche Zeit, in denen ich wichtige Erfahrungen sammeln konnte.

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